Dienstag, 1. März 2016

März

Am Prebersee herrscht zwar noch der Winter, jedoch zieht bereits ein leises Ahnen in das Land. Das Eis spricht an warmenTagen bereits zu uns, alles wehren wird umsonst. Der Frühling und das Blühen wird mächtiger.

Über unsre Berge fröhlich
kam der bunte Schein geflossen,
in den See rief ich so selig:
"Freu dich nur, jetzt wird`s vollendet!"
Und der Winter ist vergangen,
Was ich innigst hofft und strebte
blieb ein unbestimmt Verlangen.
Und nach langem trüben Schweigen
kamen goldne Tage wieder.
Schöne Feste, alte Zeiten,
Freunde, Weggefährten, alte Lieder
Woben wunderbar ein Netze
und das schlang sich um die Glieder,
Zog so innig fest und fester
Mich ans Herz des Prebers nieder,
Und so schlummert` ich und träumte
von der allerschönsten Zeit.

nach Josef Freiherr von Echendorff